Lesgoo – Sieh, welche Freunde gerade unterwegs sind
Eine iPhone-App für spontane Treffen: Lesgoo zeigt, welche Freunde gerade unterwegs sind, und mit einem Tipp auf „Lesgoo!“ wissen sie, dass man dazukommt. Dazu Pläne mit Abstimmung, Konzerte mit Setlist, Events in der Stadt und ein gemeinsamer Abend mit Fotos und Rückblick. Sichtbar ist nur das Viertel, nie der genaue Ort. Mein eigenes Produkt – von der Idee über Design und SwiftUI bis zum Start im App Store.
Textfassung des Videos
- 0:00Deine Freunde sind unterwegs. Push-Mitteilung: Lea ist unterwegs – kommst du?
- 0:02Wer ist raus? Der Feed zeigt Lea beim Spieleabend in der Sternschanze.
- 0:03Genau jetzt. Die Karte zeigt, in welchen Vierteln Freunde unterwegs sind.
- 0:04Kommst du? Die Auswahl „Wann bist du da?“ – in ca. 10 Minuten. Du bist dabei.
- 0:06Spontan, geplant oder Konzert: die Setlist eines Konzerts.
- 0:07Komm einfach dazu.
- 0:08Lesgoo. Wer ist raus? Komm dazu. Bald im App Store, ab 18.
Hintergrund
Freitagabend, halb elf. Zwei Straßen weiter sitzt gerade jemand aus dem Freundeskreis, und man erfährt es am nächsten Morgen aus der Story. Im Gruppenchat stand vorher „Wer ist heute raus?“, darunter 43 Nachrichten und am Ende ein „mal schauen“. Gekommen ist keiner.
Lesgoo dreht das um. Statt zu fragen, wer Lust hat, sieht man, wer schon unterwegs ist, und kommt einfach dazu. Wer rausgeht, checkt mit einem Tipp ein. Die Freunde sehen das Viertel, die Art des Abends und wie lange man bleibt. Ein Tipp auf „Lesgoo!“, die Angabe, wann man da ist, und der Abend hat eine Person mehr.
Das Projekt ist mein eigenes Produkt. Konzept, UX, UI Design, die iOS-App in SwiftUI, das Backend, Moderation, Landingpage und Marketing liegen bei mir. Damit zeigt es, wie ich auch für Kundinnen und Kunden arbeite: eine App aus einer Hand, von der ersten Skizze bis zur Einreichung im App Store.
Der Trailer
Ganz oben auf dieser Seite läuft der Trailer, den ich für TikTok und die Landingpage gebaut habe. In zehn Sekunden zeigt er den Kern der App: Eine Mitteilung meldet, dass Lea unterwegs ist, der Feed zeigt ihren Spieleabend, die Karte das Viertel, und mit der Frage „Wann bist du da?“ ist man dabei. Alle Screens stammen aus der echten App, und jede Szene trägt genau eine Aussage, damit man den Trailer auch ohne Ton versteht. Wie ein solches Video aufgebaut ist, beschreibe ich im Artikel über das Produktvideo für die Landingpage.
Wer ist gerade raus?
Der Startbildschirm heißt „Jetzt“ und beantwortet eine einzige Frage: Wer von meinen Freunden ist gerade unterwegs? Jede Karte zeigt ein Foto vom Moment, den Namen, das Viertel und die Zeit, etwa „seit 21:23 · bis 00:47“. Darunter steht, wer schon dazukommt. Der gelbe Knopf „Lesgoo!“ ist die wichtigste Aktion der ganzen App und sitzt deshalb dort, wo der Daumen ohnehin liegt.

Nach dem Tipp fragt die App nur noch, wann man da ist: schon da, in zehn, dreißig, sechzig oder neunzig Minuten. Mehr braucht es nicht. Die Person, die unterwegs ist, bekommt eine Mitteilung und weiß, wer gleich durch die Tür kommt. Kein Chat, kein Hin und Her, keine Absprache, die am Ende doch niemand einhält.
Spontan los, geplant oder beides
Einchecken dauert wenige Sekunden. Man wählt einen Vibe wie Chillen, Sport oder Spieleabend, die Zeit, bis wann man unterwegs ist, und wer es sehen darf: alle Freunde, eine Gruppe wie die WG oder die Uni-Gruppe, oder genau ausgewählte Leute. Den Ort findet die App selbst, sichtbar ist davon aber nur das Viertel.
Für Abende, die nicht spontan entstehen, gibt es Pläne. Wer einlädt, schlägt Termine vor, die anderen stimmen mit „Passt“, „Ginge“ oder „Nein“ ab, und der Termin mit den meisten Zusagen steht vorn. Updates wie „Bin 10 Minuten später da“ stehen im Plan und nicht in einem Chat, in dem sie untergehen. Damit ersetzt ein Bildschirm die achtzig Nachrichten, die sonst nötig wären.

Nur das Viertel, nie der genaue Ort
Eine App, die zeigt, wo Freunde sind, steht und fällt mit dem Vertrauen. Deshalb war die wichtigste Designentscheidung eine Einschränkung: Lesgoo zeigt nie einen genauen Ort, sondern nur das Viertel, etwa Sternschanze, Ottensen oder Eimsbüttel. Die Koordinaten werden auf dem Handy in ein Viertel übersetzt und verlassen es nicht. Wer nicht eincheckt, ist nicht zu sehen. Es gibt kein Tracking im Hintergrund und keinen Standort, der still mitläuft.
Die Karte baut darauf auf. Sie färbt die Viertel ein, in denen gerade Freunde unterwegs sind, und zeigt dazu Events in der Nähe. Die Viertel-Daten decken Deutschland, Österreich und die Schweiz ab, und genau dort startet die App auch. Dazu kommen Ruhezeiten für Mitteilungen, eine Pause-Funktion und die Wahl, wer einen überhaupt sehen darf.

Konzerte und Setlists
Bei Konzerten ist die Frage nicht nur, wer hingeht, sondern auch, wer noch ein Ticket braucht und wo man sich vorher trifft. Lesgoo verkauft keine Tickets, sondern sortiert das Drumherum: Freunde, die hingehen, ein Hinweis auf die Abendkasse und am Abend selbst der Check-in im Konzert-Modus.
Während des Konzerts trägt die Community die Setlist ein, Song für Song, nur mit Titeln und ohne Songtexte. Wer später kommt, sieht sofort, was schon gespielt wurde. Die Setlist ist bewusst als Zettel gestaltet, wie er auf der Bühne klebt, damit sie sich vom Rest der App abhebt.

Events mit Sponsoring
Neben Freunden zeigt Lesgoo Events in der Stadt, vom Flohmarkt bis zum Festival. Events haben eine eigene Seite mit „Ich geh hin“, „Mit Freunden planen“ und am Tag selbst dem Check-in. Gepflegt werden sie in einem eigenen Admin-Bereich, in dem auch Sponsoren angelegt werden.
Gesponserte Events stehen weiter oben in Listen oder bekommen einen hervorgehobenen Pin auf der Karte. Sie sind immer als „Anzeige“ gekennzeichnet, mit dem Namen dessen, der bezahlt, und mit einem festen Zeitraum von höchstens 120 Tagen. Sponsoren werden nie gelöscht, nur archiviert, damit nachvollziehbar bleibt, wer wann eine Platzierung gekauft hat. Damit hat die App ein Erlösmodell, das ohne Datenhandel und ohne Werbung im Feed auskommt.
Der Abend: Fotos, Strichliste und Rückblick
Treffen sich mehrere Freunde im selben Viertel, wird daraus ein gemeinsamer Abend. Er hat eine eigene Seite, die live mitläuft: wer dabei ist, seit wann, und die Momente des Abends. Fotos entstehen direkt in der App, auf Wunsch mit einem Selfie dazu, und sind nur für die eigenen Freunde sichtbar.
Dazu gibt es eine Strichliste für den Abend, bei der Wasser, Mate und Cola genauso zählen. Am nächsten Morgen wartet ein Rückblick mit Fotos, Leuten und Vierteln, und in der Gruppe sammeln sich gemeinsame Abende, Wochen- und Monatsrückblicke und Erfolge für gute Momente wie ein neues Viertel oder ein Abend mit Leuten, die man lange nicht gesehen hat.

Bewusst weggelassen habe ich Serien, die man täglich verlängern muss, und eine Rangliste über alle Zeit. Lesgoo soll Leute zusammenbringen und nicht dafür sorgen, dass man abends aus Pflichtgefühl die App öffnet.
Design
Lesgoo ist eine App für den Abend, also ist sie dunkel. Darauf liegt ein einziges, kräftiges Gelb, #FFD21E, für alles, was zum Rausgehen führt: den Knopf „Lesgoo!“, das aktive Viertel, die eigene Position im Abend. Die Überschriften sind in Archivo Black gesetzt, laut und kurz, der Fließtext in Plus Jakarta Sans. Die Texte duzen und beschreiben Momente statt Funktionen, etwa „Sieh, wer gerade raus ist“ statt „Standortfreigabe für Kontakte“.
Das Logo ist eine gelbe Maske mit zwei Augen, die sich auch im Wort „Lesgoo“ wiederfindet. Sie ist App-Icon, Navigationsknopf und Absender jeder Mitteilung zugleich. Für Social Media, Sticker und Postkarten gibt es ein eigenes Marketing-Kit mit Logo-Varianten, Farben, Schriften, Vorlagen und einem Leitfaden.

Für den App Store habe ich sieben Screenshots in Deutsch und Englisch gestaltet, jeweils mit einer kurzen Zeile wie „Nur das Viertel.“ oder „Planen ohne 80 Nachrichten.“. Sie werden aus den echten Screens per Skript zusammengesetzt, damit jede Änderung an der App ohne Handarbeit in allen Größen und Sprachen ankommt. Wie ich solche Oberflächen strukturiere, steht auch in den Artikeln zu Dark Mode, Onboarding-Design und Notification Design.

Umsetzung
Die App ist nativ in Swift und SwiftUI gebaut, mit rund 33.000 Zeilen Code, Widgets für den Home-Bildschirm und Push-Mitteilungen. Gemeinsame Logik wie das Datenmodell und die Anbindung an den Server liegt in einem eigenen Swift-Paket, damit App und Widgets denselben Code nutzen. Für jeden Screen gibt es einen Demo-Modus mit Beispieldaten, aus dem die Screenshots für den App Store, die Videos und diese Seite entstehen.
Das Backend teilt sich Lesgoo mit BetBuddy, meiner App für Wetten und Partyspiele unter Freunden. Beide laufen auf demselben Nuxt-Server mit Prisma und MySQL, mit einem gemeinsamen Konto für beide Apps. Freunde und Gruppen aus BetBuddy sind in Lesgoo direkt da, und neue Funktionen wie Pläne, Events und Sponsoring kamen als eigene Bereiche der API dazu. Alle Daten liegen auf dem eigenen Server in Deutschland, ohne externen Anbieter für Anmeldung oder Analyse.
Moderation und Sicherheit
Eine App mit Fotos, Profilen und Events von Nutzern braucht Moderation, und zwar vom ersten Tag an. Jeder Beitrag, jedes Foto, jedes Event und jedes Profil lässt sich melden, jede Person sperren. Meldungen landen in einem Moderationsbereich und werden innerhalb von 24 Stunden bearbeitet. Wird etwas entfernt, bekommt die betroffene Person eine Mitteilung mit dem Grund in Klartext und kann über „Hilfe & Kontakt“ widersprechen, so wie es der Digital Services Act für Plattformen in der EU verlangt. Lesgoo ist ab 18: Beim ersten Start fragt die App das Geburtsdatum ab, ohne ein passendes Datum vorzubelegen.
Marketing auf TikTok
Ein Produkt, von dem niemand weiß, hat keine Nutzer. Deshalb lief das Marketing parallel zur Entwicklung: eine zweisprachige Landingpage lesgoo.de mit Warteliste und ohne Tracking, Sticker und Postkarten für den Druck und vor allem kurze Videos für TikTok. Die Videos baue ich im Code: Jede Szene ist eine HTML-Seite mit echten Screens aus der App, Playwright rendert sie Bild für Bild, FFmpeg setzt sie zum Video zusammen.
Textfassung des Videos
- Links: your friend is at a gig. Tickets still at the door, be there in 10 min. Grab your jacket. LES GOO!
- Mitte: everyone's out. Where first? Lea beim Konzert, Max beim Spieleabend, Jonas beim Karaoke, Sara beim Straßenfest. LES GOO! Lea and you are at the concert.
- Rechts: meine erste App liegt seit 3 Tagen bei Apple, rate sie ehrlich 1–10. Karte: Freunde & Events. „Lesgoo!“ – wann bist du da? Zack, du bist dabei.
Jedes Video werte ich 48 Stunden nach dem Post aus: Aufrufe, durchschnittliche Wiedergabe und wann die Leute abspringen. Daraus kommen die Regeln für das nächste Video, etwa ein heller, echter erster Moment statt einer Grafik, ruhiger Text bei bewegtem Bild und konkrete Momente statt erklärender Sätze. Seit Mitte Oktober 2026 sind so rund zehn Videos entstanden. Wie ich generell mit KI-Werkzeugen in diesem Prozess arbeite, beschreibe ich im Artikel über KI-Tools im UX-Prozess.
Status und Start
Version 1.0 liegt seit dem 24. Oktober 2026 zur Prüfung bei Apple. Der Start ist für Deutschland, Österreich und die Schweiz geplant, weil die Viertel-Daten, die Rechtstexte und die Moderation genau auf diesen Markt ausgelegt sind. Lesgoo ist kostenlos. Bis zur Freigabe sammelt die Landingpage lesgoo.de Eintragungen für die Warteliste und sagt Bescheid, sobald die App im App Store ist.
Gelernt habe ich vor allem, wie viel ein klares Nein ins Design bringt. Kein genauer Ort, keine Serien, keine Rangliste über alle Zeit: Jede dieser Entscheidungen hat die App kleiner gemacht und das Vertrauen größer. Die Screenshots stammen aus der App im Demo-Modus mit Beispieldaten, Namen und Personen sind erfunden.
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